Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern mit "Save Our Seeds" ein Reinheitsgebot für Saatgut.

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Save Our Seeds-Flyer

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Termine

Zweite internationale Konferenz zum Thema: "Implications of GM-Crop Cultivation at Large Spatial Scale". Die Konferenz wird vom 25-26 März 2010 an der Universität Bremen stattfinden. Informationen!

Vorschau auf 2010: Vom 27.-29. März 2010 findet in Graz unter dem Titel "Zukunft säen - Vielfalt ernten" das 5. Europäische Saatguttreffen statt. Erwartet werden rund 100 Personen und Initiativen aus ganz Europa. Die Veranstaltung wird von ARCHE NOAH, ÖBV-via campesina Austria, Longo Mai Österreich und dem Verein Maimun gemeinsam organisiert. Derzeit werden HelferInnen für die Organisation vor Ort und die Unterbringung internationaler Gäste in Graz gesucht. Nähere Informationen!

Willkommen bei "Save Our Seeds"

Konventionelles und biologisches Saatgut soll auch weiterhin frei bleiben von gentechnisch veränderten Organismen. Gentechnik darf Landwirten und Verbrauchern nicht aufgezwungen werden. Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern ein Reinheitsgebot für Saatgut.

Der Stand der Dinge

Die Europäische Kommission plant die Einführung von Grenzwerten für die "zufällige oder technisch unvermeidbare" Verunreinigung von herkömmlichem Saatgut mit gentechnisch veränderten Sorten. Eine Richtlinie, die bis zu 0,3 % GVO in Saatgut von Mais und Raps ohne Kennzeichnung vorsah, sollte im September 2004 verabschiedet werden. Doch nach heftigen Protesten zog die Kommission in letzter Minute den Vorschlag zurück und überläßt das Problem nun den neuen EU-Kommissaren. Der seit Ende 2004 zuständige Kommissar für Umwelt, Stavros Dimas, hat seither keinen neuen Vorschlag vorgelegt und selbst öffentlich bezweifelt, daß Grenzwerte sinnvoll und erforderlich sind. Offiziell hält die EU Kommission jedoch daran fest, daß ein Vorschlag zur Festlegung von Grenzwerten erarbeitet wird.

News und Action

Das Europäische Parlament wählt eine neue Kommission

Am 19 Januar endeten die gut dreistündigen öffentlichen Anhörungen der designierten EU-Kommissare. Ein Woche lang hatte das zukünftige EU-Top-Management im Europäischen Parlament Rede und Antwort gestanden. Eigentlich sollte diese öffentliche Einvernahme der 27 künftigen Kommissare ein Highlight demokritscher Entscheidungsfindung sein. Tatsächlich kommt es anders. Drei Stunden muss sich jede Kandidatin, jeder Kandidat fragen lassen, was er in dem Ressort, das Barroso ihm zugeteilt hat, künftig tun will. Manche Kandidaten sind überzeugend kompetent, doch die meisten sondern nur jene leeren Phrasen ab, die eine tatsächliche thematische Festlegung praktisch unmöglich machen. Für diese inhaltliche Feigheit gibt es Gründe. Denn ein einzelner Kommissar hat nicht viel zu sagen, womöglich kann der Neu-Kommissar das, was er im Parlament verspricht, später gar nicht halten, selbst wenn er will. Die Kommission insgesamt als Gremium entscheidet und sie tut dies meistens so, wie es Präsident Barroso vorab mit wichtigen Mitgliedsländern besprochen hat.

Anhörung von John Dalli (Europäische Gesundheits- und Verbraucherpolitik), 14, Januar 2010

Anhörung von Dacian Ciolos (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung), 15, Januar 2010

Anhörung von Máire Geoghegan-Quinn (Forschung, Innovation, Wissenschaft), 13, Januar 2010

Anhörungen weiterer designierter EU-Kommissare

Trotz Verbots Anbau von MON-810 geplant

Foto: Günter Havlena, www.pixelio.de
Foto: Günter Havlena, www.pixelio.de

Offensichtlich plant  Sachsen auch in diesem Jahr, trotz des seit April 2009 bestehenden Verbots, den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810. Im bundesweiten Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden jetzt sechs Felder angemeldet, die insgesamt eine Fläche von 135 Hektar umfassen. „Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Bedenken zum Trotz planen einzelne Landwirtschaftsbetriebe trotz des Anbauverbots, wieder gentechnisch veränderten Mais anzubauen“. sagt dazu Jens Heinze vom Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen. Auch in Bayern soll der gentechnisch veränderte Mais MON 810 auf insgesamt 21 Hektar wachsen. Der Anbau von MON810 wurde 2009 verboten, weil neue Studien darauf hindeuten, dass der im Gentechnik-Mais produzierte Giftstoff nicht nur gegen den Schädling wirkt, sondern auch eine negative Wirkung für weitere Insekten besitzt. Außerdem sei nach aktuellen Studien davon auszugehen, dass sich die MON 810-Pollen deutlich weiter verbreiten können, als dies bisher angenommen wurde, so die damalige Begründung der Richter.

Trotz Verbots Anbau von Genmais MON-810 geplant

Standortregister des BVL

Die Wütende-Meerjungfrau geht an Monsanto

Mit einem Klick auf das Bild können Sie das Video auf Youtube ansehen
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Der Preis wurde ins Leben gerufen um Unternehmensgruppen und Konzerne, die besonders größe Leistung erbracht haben um die Klimagespräche und andere Klimamaßnahmen zu sabotieren, hervorzuheben.  Benannt ist der „Ehrenpreis“ nach der Kopenhagener Meerjungfrau. Der Meerjungfrauen-Preisträger wird durch eine öffentliche Wahl entschieden. Hinter Monsanto belegten Royal Dutch Shell und das Amerikanische Öl-Istitut die Plätze zwei und drei. Die Negativauszeichnung war mit einer deutlichen Stimmenmehrheit an Monsanto verliehen worden. Der Gentechnik-Lobbyist hatte in der Vergangeheit immer wieder versucht insbesondere die "Grüne Gentechnik" als Lösung für den Welthunger anzupreisen und mit enormen Investitionen in den Biospritsektor, unter dem Deckmantel dem Klimawandel entgegenwirken zu wollen, zur Abholzung von Regenwaldgebieten beigetragen. “Wir hoffen, dass wir die zerstörerischen Lobbybemühungen im Bereich des Klimawandels durch diesen Preis transparenter machen können,” sagt Nina Holland von Corporate Europe Observatory die den Preis zusammen mit anderen Nichtregierungsorganisation im Rahmen der Kopenhagenen Klimakonferenz verliehen hatten.

Angry Mermaid Award: Monsanto wins award for worst corporate climate lobbyist in Copenhangen

Planet Inteview: Interview mit Marie-Monique Robin, Monsanto auf der Spur

Indische Revolution

©Fotografenname: Dieter Schütz, www.pixelio.de
©Fotografenname: Dieter Schütz, www.pixelio.de

Indien ist der zweitgrößte Baumwollproduzent weltweit. Für den konventionellen Baumwollanbau jedoch ist nach wie vor ein hoher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig um die Ernte rentabel zu halten. Nicht nur die Umwelt leidet unter dieser Situation auch die Bauern selbst werden häufig Opfer des Systems. Meist müssen Sie Kredite aufnehmen, um teure Pflanzenschutzmittel, Dünger und Saaten bezahlen zu können. Fällt die Ernte trotz des „rundum“ Schutzes aufgund von resistenten Pflanzenschädlingen oder Dürren aus, bleiben die Bauern meist auf ihren Schulden sitzen. Viele begehen anschleißend aus Verzweiflung Selbstmord indem sie das Herbizid trinken, dass gegen die Schädlinge wirkungslos war. Immer mehr Landwirte wollen diesen Teufelkreis inzwischen verlassen und setzen daher auf die Produktion von ökologischer Baumwolle. 2004 gründete die niederländische Organisation Solidaridad das Projekt Chetna es unterstützt die Bauern bei der Produktion von Biobaumwolle, inzwischen sind viele indische Landwirte umgestiegen. Seit 2004 schlossen sich mehr als 5.500 Bauern der Chetna Organic Organisation an. Die Bilanz des Projektes fasst die Inderin Bojju Bai zusammen die bereits vor 4 Jahren mit der ökologischen Baumwollproduktion begann: „Früher habe ich mir Geld von einem privaten Mittelsmann geliehen, 10.000 Rupien pro Saion, wenn ich den Kredit und die Zinsen zurückgezahlt hatte, blieb mir nichts mehr. Heute mache ich Gewinn.”

Euronews: Die Biobaumwolle Revolution

Gentechnik ohne Nutzen

©Fotografenname: Dieter Schütz, www.pixelio.de
©Fotografenname: Dieter Schütz, www.pixelio.de

Für die Ernährungssicherung in Entwicklungs- und Schwellenländer spielt der Anbau von gentechnisch veränderten Saatgutsorten kaum eine Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). Der Bericht kam zu dem Schluss das es sich bei den derzeit in den Entwicklungsländern angebauten Gentechnik-Pflanzen hauptsächlich um sogenannte „Cash Crops“ wie Baumwolle und Soja handelt die ausschließlich für den Export hergestellt werden. Nahrungsmittel hingegen kämen kaum zum Anbau. Gegen den direkten Hunger in den Entwicklungsländern helfen die angebauten Getechnik-Pflanzen, entgegen allen Versprechen der Gentechnik-Lobby, demnach bisher nicht. Das Spektrum der Pflanzenarten, Sorten und Eigenschaften sei bislang sehr begrenzt. Auch nach über 20 Jahren Forschung und zwölf Jahren Anbau gebe es kaum entwicklungsländerspezifische transgene Sorten ,schreibt das TAB.

Berlin-Nachrichten: Nutzen transgenen Saatguts in Entwicklungsländern scheint begrenzt

Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag: Transgenes Saatgut in Entwicklungsländern - Erfahrungen, Herausforderungen, Perspektiven

Das Saatgutmonopol

©Fotografenname: Marvin Siefke, www.pixelio.de
©Fotografenname: Marvin Siefke, www.pixelio.de

Die Anzahl der Patentanmeldungen im Bereich der konventionellen Züchtung steigt stetig an:
2008 machten diese Anträge bereits 25 % aller Patentanträge auf Saatgut und Pflanzen aus, während sie zwischen 2000 - 2002 noch unter 5 % lagen. Inzwischen haben die Global Player Monsanto, Syngenta und DuPont die Vorteile der Patentierung auch ohne Gentechnik entdeckt. Um dieses Ziel zu erreichen, werden vermehrt bereits existerende Methoden der konventionellen Züchtung, wie die markergestützte Selektion und der genetischer Fingerabdruck, für die Konzerne zur „erfinderischen“ Grundlage um die Anmeldung von Patenten voranzutreiben. Meist ist bei diesen Methoden der technische Beitrag jedoch so gering, dass er kaum als Innovation angesehen werden kann. Trotzdem versuchen die großen Saatgutkonzerne diese geringfügigen technischen Hilfsmittel für eine Patentanmeldung zu nutzen- und haben Erfolg- inzwischen wurden im Bereich der konventionellen Züchtung mehr als 70 Patente erteilt. Bisher betrafen derartige Patente vorwiegend gentechnisch verändertes Saatgut, das in wenigen Regionen Europas angebaut wurde. Nach wie vor bietet die Gentechnik für die Industrie eine hervorragende Möglichkeit über Eigentumsrechte und Monopolisierung Kontrolle auf den Saatgutmarkt auszuüben. Angesichts des neuen Trends, hin zu konventionellen Züchtungen, wollen die Konzerne die Vorteile von Patenten auf Saatgut und Pflanzen nun auch ohne Gentechnik nutzen. Mit der Ausweitung der Patentansprüche auf konventionelles Saatgut werden Landwirte, auch in Europa, zukünftig einem völlig neuen Saatgutmonopol gegenüber stehen. Eine mögliche Änderung des Saatgutverkehrsgesetzes könnte die Eigentumsrechte der Saatgutkonzerne weiter stärken. Denn nach ihrem Willen sollen Sorten zukünftig durch genetische Marker identifizierbar und somit jederzeit und überall nachweisbar sein. Darüber hinaus würden durch die Einführung derartiger Marker potentiell alle Sorten patentierbar. 

Greenpeace, Oktober 2008
Patents on Hunger ?

No Patents on Seeds, April 2009
Saatgut und Lebensmittel.
Zunehmende Monopolisierung durch Patente und Marktkonzentration

ETC Group, action group on erosion, technology and concentration, Nov. 2008
Who owns nature?

Erklärung von Bern, Swissaid.
Wer hat die Maus erfunden?

Europäisches Patentübereinkommen, April 2006.

Aktuelles

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Stop the crop!

EU will neuen Gentechnik-Mais zulassen
Erstmals seit 1998 will die EU Kommission zwei neue Gentechnikmais-Sorten (Bt11 von Syngenta und 1507 von Pioneer) für den Anbau zulassen. Vor einem Jahr noch schlug Umweltkommissar Dimas deren Verbot vor. Werden die 27 Mitgliedssaaten die Zulassungen noch verhindern? ...Mehr

Farbe bekennen, Frau Aigner!

Mit dem Anbauverbot für MON 810 hat Landwirtschaftminsterin Ilse Aigner einen ersten Schritt in Richtung einer gentechnikfeien Europäischen Union getan. Allerdings machte sie unmißverständlich klar, dass es sich heirbei nicht um eine Grundsatzentscheidung handelt. In den nächsten Monaten wird in Brüssel über das Verbot für Gentechnikmais in Frankreich und Griechenland und die Zulassung von zwei neuen GVOs entschieden.  Landwirtschaftministerin Aigner wird hierbei eine wichtige Rolle spielen. ...Mehr
Senden sie einen Brief an Ministerin Aigner

Nein zu Gentechnik-Reis in der EU

Für rund drei Milliarden Menschen stellt Reis ein tägliches Grundnahrungsmittel dar und bildet einen lukrativen Markt, den die deutsche Firma Bayer mit ihrem gentechnisch veränderten Reis LL62 gerne erschleißen würde. Für den europäischen Markt hat Bayer bereits eine Zulassung beantragt, über die in den nächsten Monaten entschieden wird. Eine Genehmigung würde bedeuten, dass sich mit LL62  erstmals ein gentechnisch verändertes Grundnahrungsmittel auf unsere Teller schleicht, trotz Risiken und Nebenwirkungen...Mehr

Die neue „Erhaltungsrichtlinie“ der EU – Fehlschlag oder Fortschritt?

2008 hat die EU- Kommission relativ unbeobachtet von der Öffentlichkeit damit begonnen, das EU- Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Bisher war der Verkehr von Saatgut nicht eingetragener Sorten in den Mitgliedsländern der Europäischen Union nicht geregelt, dies soll eine neue Richtlinie der EU- Kommission nun ändern. Die sogenannte "Erhaltungsrichtlinie" verfehlt jedoch ihr Ziel, dem Verlust der  biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft entgegenzuwirken und das Saatgutrecht zu vereinfache ...Mehr

Zukunft säen–Vielfalt ernten

Saatgutkampagne für krisensicheres und samenfestes Saatgut jetzt online. Zum Download der Unterschriftenliste

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GMO-free Regions Network

Konferenz der gentechnikfreien Regionen, Lebensvielfalt und Entwicklung der Land­wirtschaft ...weiter

Infodienst Gentechnik

Gute Gründe gegen Gen­technik - Gerd das Gen erklärt warum ...mehr

Alles Bantam?

Ein Zwergen­aufstand geht durch Deutschland: Frisch, frech, fruchtbar, frei ...weiter

Planet Diversity

Der Weltkon­gress zur Zukunft von Essen und Landwirtschaft 2008 in Bonn. ...weiter